Bezüglich der Mikrokredite:
…Was die Kritiker am Mikrofinanzwesen selten erwähnen: Selbst kurzfristige Erfolge dieser Sorte von „Empowerment“ werden langfristig im Durchschnitt armutsfördernd sein. Denn was hier gefördert wird, ist nicht eine kuschelige Subsistenzökonomie, bei der sich die Selbstversorger gegenseitig nicht ins Gehege kommen. Sondern Kapitalismus für Arme, und das bedeutet bei allem Gerede vom „Karmakapitalismus“ immer Konkurrenz aufs Messer, in diesem Fall am untersten Ende der ökonomischen Skala, in einem sozial erodierten Umfeld, wo Verlieren sehr schnell existenziell wird….
…Die Diagnose von Sudirendhar Sharma über die Langzeitfolgen des Mikrofinanzwesens für die Betroffenen, denen eigentlich geholfen werden sollte, ist vernichtend…
…Wer wird zu den Gewinnern gehören? Nicht zufällig rechnet die Finanzbranche der ersten Welt so zuverlässig mit der Kompatibilität dieser Sorte von „Karmakapitalismus“ mit dem stinknormalen Kapitalismus nach ihrem Geschmack, dass sie schon seit Jahren die passenden Finanzprodukte anbietet: Dass der Wirtschaftsliberalismus angesichts solcher Triumphe nicht aufhören mag, sich auf Trendtagen selbst zu feiern und zu belügen, ist verständlich…